Wissenschaftliche Mitarbeiter nach TV-L 13 und ihre Zukunft

Update 15.06.2011: im neuen Beitrag Gehalt Wissenschaftliche Mitarbeiter nach TV-L 13 und Lehrer nach A13 in NRW sind aktualisierte Zahlen zu finden zum Assistenten-Gehalt und neu Lehrer-Gehalt.

Da sehr viele Anfragen auf mein Blog kommen die nach dem Gehalt von wissenschaftlichen Mitarbeitern fragen, denke ich mir ein eigener Eintrag zu dem Thema wäre angemessen.

Ich gehe von der Annahme aus, dass der oder die Person Lohnsteuerklasse I hat und keine Kinder. Die Berechnungen gehen vom Startgehalt auf der Stufe 1 aus. Ich habe angenommen, dass der Krankenkassenbeitrag bei 13,8% liegt was der momentane Satz der TK ist. Die Tabelle ist auch nach dem Stand von 01.01.2008 erstellt worden und bezieht sich auf NRW.

50% halbtags Stelle 100% volle Stelle
Jahreseinkommen 17400€ 34800€
Einmalzahlung jährlich 725€ 1450€
Jahres Brutto 18125€ 36200€
Monatlich Brutto 1510€ 3020,83€
Grundgehalt monatlich 1450€ 2900€
Netto Gehalt monatlich 1035,55€ 1755,99€
Abgaben ca. 29,5% 40%

In den Abgaben sind so Dinge wie Lohnsteuer, Soli, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherungen. Ganz schön viele Versicherungen die man so hat J . Die Zahlen können etwas variieren je nachdem, ob man Kirchensteuerzahlt oder einen niedrigeren Krankenkassenbeitrag hat. Das Gehalt kann in den einzelnen Bundesländern auch etwas anders sein.

So nun kennen wir das Gehalt von den Assistenten, aber was verdient so ein Juniorprofessor? Ich denke für viele die mit einer akademischen Laufbahn liebäugeln sollten wissen was so ein W1 Prof. oder W3 Prof. verdient. Mit der Umstellung auf den TV-L würde auch die Beamten Bezahlung geändert. Als neue Professoren bekommen jetzt die Gehaltsstufen W. Es gibt W1 für Juniorprofessoren und W3 wenn man Institutsleiter als Professor ist. Das (Grund-)Gehalt ist eindeutig gesunken gegenüber den C4 bis C1 Stufen. Bei der W Besoldung gibt es auch nur noch eine Stufe. Kommen wir mal zur Sache.

W1 Juniorprofessor W3 Professor
Jahreseinkommen 40864,08€ 56683,32€
Einmalzahlung jährlich 1021,60€ 1417.08€
Jahres Brutto 41885,68€ 58100,40€
Monatlich Brutto 3490,47€ 4841,69€
Grundgehalt monatlich 3405,34 4723,61€
Netto Gehalt monatlich 2644,94€ 3417,04€

Man sollte sich nicht wundern, dass Brutto und Netto so nah sind in den Gehälter. Man darf nicht vergessen, dass Profs Beamte sind. Sie müssen noch einen kleinen Teil ihres Gehaltes für die private Krankenkassenversicherung zurück legen. Das gute ist Beamte bekommen keine Rente sondern eine Pension, die nicht zu verachten ist. Die neunen Besoldungsstufen sollen variabel sein, d.h. die Profs sollen noch Zuschläge bekommen. Das hängt dann wohl von den Drittmittel die sie einwerben und die Güte ihrer Arbeit ab. Es ist etwas undurchsichtig diese Bonnie Reglung. Die Idee ist mehr Leben in die Universität zubringen und Leistungsbezogen die Professoren zu bezahlen. In Zeitungen und Zeitschriften war auch mal die Rede vom Ausverkauf der Universitäten. Ich selbst weiß nicht genug darüber um mir einen Urteil machen zu können.

Nichts desto trotz ist das Gehalt eines Juniorprofs auf der Selben Höhe wie das Einstiegsgehalt eines Strategie und Management Beraters bei einer Top-Beratung. Das Land und der Bund sollten darüber nachdenken, ob Sie Ihre Talente halten wollen um noch mehr Talente auszubilden oder eher die B-Leute nehmen. Denn ein Land wie Deutschland das nur von Ideen lebt, sollte die Ausbildung seines Nachwuchses nicht in die Hände von den B-Leuten geben, sondern auch versuchen die “High-Potentials” zuhalten. Ich kenne sehr viele sehr gute Studierende die einfach nicht an der Universität bleiben, da die Bezahlung einfach schlecht ist. Sie machen dann irgendwo einen nicht so herausfordernden Job, als an der Uni zubleiben. Gerade, wenn im Falle der Top-Beratungen diese noch mit der bezahlten Auszeit für Promotion oder MBA werben. Bin gespannt was so passiert an den Top Universitäten.

Ich hoffe ich habe den Suchern nach Informationen etwas weitergeholfen. Meine Berechnungen habe ich mit Hilfe der Webseite http://oeffentlicher-dienst.info gemacht. Dort kann jeder an sich angepasst sein Gehalt ausrechnen. Eine sehr schöne Seite. Denke Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann klappt es ganz gut.

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16 Gedanken zu “Wissenschaftliche Mitarbeiter nach TV-L 13 und ihre Zukunft

  1. Pingback: Juniorprofessor und Gymnasiallehrer verdienen das Selbe?! « Mosworld
  2. Es gibt Jobs da bescheißt man sich selber….

    einer davon ist Post-Doc zu “Normalbedingungen”. ewig studieren, währenddessen nix verdienen und sein Leben im muffigen Lernkämmerchen verbringen und dann zum Hungerlohn 50-60 Stunden die woche Arbeiten. Gut, es ist kein Harter Job im sinne von “jede minute des tages vollgas geben”. Die meiste Zeit hockst du dir den Arsch platt und schikanierst irgendwelche Doktoranden oder Diplomanden. Aber auch das muß einem liegen. Von dem Pfusch und unvalidierten Unsinn mal garnicht zu sprechen, der da in den Laboratorien meistens gemacht wird und zu dem man auch gezwungen wird, um dem Prof ganzganz viel Ruhm und Ehre zu verschaffen.

    Die deutschen Lehrstühle sind Brutstätten in die man erst mal mit der Brennenden Fakel reinhalten muß. Mauscheleien, Geld-hin-und-her verschiebereien. Wie überall gibts irgendeinen der die ABSOLUTE Macht hat (den Prof.) und mit dem brauchst du kein Mitleid haben. Die stecken weit mehr ein als die paar Euro fürs W1-W3 grundgehalt. Die haben ihre mittel und wege sich das Geld zuzuschieben. Und wenn man ein echter Menschenausbeuter ist, und sich mit dem Prof gut versteht, dann wird es ein leichtes sein als PostDoc mehr Geld rauszuholen.

  3. Leider machst Du einen Fehler. Das Gehalt bei einer TOP(!)-Managementberatung ist deutlich über 60.000. Im zweiten Jahr kommt dann oft nochmal eine deutliche Steigerung durch den Bonus dazu.

    Auch bei Beratungen aus der zweiten Reihe so z.B. Inhouse Beratungen ist das Einstiegsgehalt deutlich über den von Dir erwähnten 40.000.

    Dieses Gehalt mit dem eines Juniorprofs gleichzusetzen ist ziemlich unrealistisch. Aber das dürfte auch jedem Juniorprof klar sein. Die Freiheiten eines Beraters sind im Vergleich zu denen eines Juniorprofs deutlich eingeschränkt.

  4. @Birgit Hi, in meinem Blogbeitrag http://mosworld.wordpress.com/2007/11/05/wie-viel-verdiene-ich-als%E2%80%A6/ hatte ich eine Auflistung der verschiedenen Gehälter gemacht. Ich denke die Auflistung in dem grad genannten Blogbeitrag entspricht Deiner Vorstellung.
    Die Sache mit der Freiheit ist so eine Sache :-) Die Frage ist was verstehst Du unter Freiheit in Bezug auf Job und Karriere?
    Top-Beratung wenn man die ersten 4 in den jeweiligen Kategorien abzieht landet man schnell bei dem oben gennanten Gehalt.

  5. Pingback: Paralelismo entre dos estudiantes de doctorado - Pgina 4 - Burbuja Econmica
  6. Naja, dann muss man sich vorstellen, dass viele Studenten, die sich nebenbei geschickt anstellen, weitaus mehr als 1700,- netto im Monat verdienen. Nun weiß ich auf jeden Fall, dass ich keinen Doktor machen werde um Wissenschaftler zu werden. Danke für den Beitrag hier!

    • Da hast Du recht. Ich habe promoviert und das Gehalt als Postdoc ist eigentlich ein Witz. Jeder Handwerker verdient mehr (wenn er sich nicht allzu blöd anstellt). In jedem Fall kenn ich eine Menge Leute die nichtmal Abi haben, wenig arbeiten und zumindest gleichviel verdienen. Und Stress und berufsbedingtes Umziehen haben die auch nicht nötig.

  7. Inzwischen verdienen gab es Tariferhöhungen und Steueränderungen die einen auf ca. 1900€ bringen bei Stufe 1. Also schon deutlich mehr im Monat als früher.
    Aber den Doktor sollte man nicht wegen des Geldes während der Zeit machen. Es geht um eine gewisse Passion die man haben sollte.

  8. Sehr interessanter Beitrag. Allmählich beschleicht mich das Gefühl, dass in Deutschland alle Erwerbstätigen unterschiedlicher Branchen und Qualifizierungsabschlüsse das gleiche verdienen wenn sie um die 30 jahre alt sind. Also gilt aufgrund dessen wirklich, sich zu fragen, worin der eigene Traumjob besteht, als sich am Verdienst zu orientieren.

    • @m soweit ich weiß nein. Also ich habe von keinem Fall gehört in den letzten Jahren. Ich lese auch zum ersten Mal von Dir davon. Bei wissenschaftlichen Mitarbeitern meine ich meist Doktoranden. Es kann sicher an bestimmten Stellen an der Hochschule oder in anderen Behörden Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter geben die verbeamtet werden.

      • Achso. In Ordnung. Ich dachte, du würdest unter “Wissenschaftlicher Mitarbeiter” auch diejenigen verstehen, die nach ihrer Promotion noch an der Hochschule beschäftigt sind. Nur weiß ich nicht, ob hier überhaupt noch verbeamtet wird, also Mitarbeiter etwa als Studienrat im Hochschuldienst übernommen werden oder ob sie einfach weiterhin ein TV-L-Gehalt erhalten. Kannst du mir dazu was Näheres sagen?

      • @m ich kann keine allgemeine Aussage treffen. Die Personen die ich kenne die sind alle angestellt und keine Beamte. Also es gibt jetzt “Lecturer” z.B. die sind aber auch TV-L und andere Aufgaben übernehmen als Geschäftsführer für einen Bereich usw auch TV-L. Die meisten Stellen sind auf Zeit finanziert, daher ist eine Verbeamtung wohl schwer. Die meisten Universitäten handeln mehr als Unternehmen inzwischen als als Behörden.

  9. Ein mehrjähriger Wissenschaftlicher Angestellter wird also auf jeden Fall deutlich weniger verdienen als ein verbeamteter Lehrer am Gymnasium, oder? Mich würde aber doch interessieren, wieviel ein durchschnittlicher Professor mit Zulagen und anderen Engagements im Monat rausbekommt…

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