Gehalt Wissenschaftliche Mitarbeiter nach TV-L 13 und Lehrer nach A13 in NRW

Da sehr viele Anfragen auf mein Blog kommen die nach dem Gehalt von wissenschaftlichen Mitarbeitern fragen, denke ich mir ein eigener Eintrag zu dem Thema wäre angemessen.

Ich gehe von der Annahme aus, dass der oder die Person Lohnsteuerklasse I hat und keine Kinder. Die Berechnungen gehen vom Startgehalt auf der Stufe 1 aus. Ich habe angenommen, dass der Krankenkassenbeitrag bei 15,0% liegt. Bei der TK ist der momentan z.B. bei 15.5%. Die Tabelle ist auch nach dem Stand von 01.04.2011

50% halbtags Stelle 100% volle Stelle
Jahreseinkommen 18663.06€ 37326.12 €
Jahressonderzahlung 777.63€ 1555.26€
Jahres Brutto 19440.69€ 38881.38€
Monatlich Brutto durchschn. 1620.05€ 3240.11 €
     
Grundgehalt monatlich 1555.26€ 3110.51€
Netto Gehalt monatlich 1110.79€ 1937.25 €
Abgaben ca. 29.3% 38.2%

In den Abgaben sind so Dinge wie Lohnsteuer, Soli, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherungen.  Die Zahlen können etwas variieren je nachdem, ob man Kirchensteuerzahlt oder einen niedrigeren Krankenkassenbeitrag hat. Das Gehalt kann in den einzelnen Bundesländern auch etwas anders sein.

Ich habe diesmal noch die Gehaltstabelle für Lehrerinnen und Lehrer aufgestellt. Diese gilt für Gymnasiallehrer ohne Sonderzulagen beim Einstig in NRW. Tarifgruppe A13. Man muss hier beachten, dass Lehrende sich selbst privat krankenversichern müssen. Hier habe ich nachgeschaut, würde eine gute Versorgung ca. 190 € pro Monat kosten für einen Verbeamteten Lehrenden. Beamtinnen und Beamte bekommen noch eine Pension im Ruhestand.

50% halbtags Stelle 100% volle Stelle
Jahreseinkommen 18945.60 € 37891.20 €
Jahressonderzahlung + Stellenzulage 496.91€ + 465.30 € 970.55€ + 930.60 €
Jahres Brutto 19907.81 € 39792.35 €
Monatlich Brutto durchschn. 1658.98 € 3316.02 €
     
Grundgehalt monatlich 1578.80 € 3235.15 €
Netto Gehalt monatlich 1459.42 € 2568.13€
Abgaben ca. 10.2% 21.0%

Das Gehalt bei E13 und A13 sehen recht gleich aus im Bruttobereich. Durch die geringen Abgaben der Verbeamteten erreichen sie einen deutlich höheren Monatsnetto. Bei Lehrenden kommt noch dazu, dass sie recht schnell Zulagen erlangen können für weitere Aufgaben die sie an der Schule übernehmen oder z.B. ein Studienseminar leiten. Dann geht das Gehalt noch sehr gut nach oben. Mit steigender Berufserfahrung steigt auch das Gehalt bei den Lehrenden.

Ich hoffe ich habe den Suchern nach Informationen etwas weitergeholfen. Meine Berechnungen habe ich mit Hilfe der Webseite http://oeffentlicher-dienst.infogemacht. Dort kann jeder an sich angepasst sein Gehalt ausrechnen. Eine sehr schöne Seite. Denke Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann klappt es ganz gut.

why the bridge building analogy fails and the war analogy succeeds from Effective UI Book

Ich habe ein kurzen Text aus einem Buch abgetippt. Es beschreibt die Situation/Prozess der Softwareentwicklung. Hier bei handelt es sich um Softwareentwicklung für Lösungen die von Menschen bedient werden. Das Buch Effective UI kann ich nur empfehlen bis jetzt. Es geht weniger um gutes Design, als gute Software. Grade im Bereich Web und Mobile kann das Buch einigen Entwicklerinnen und Entwicklern helfen. Das Besondere ist, dass es nicht wie andere Bücher bla bla nur über hochtrabende Methoden spricht und wie alles Apfel Like wird. Es behandelt das Thema schon recht pragmatisch und richtet sich an Entwicklungs-Teams in Unternehmen oder auch SE-Consultants.

To demonstrate how uncertainty and the unknown are inevitable components of a software development project, we`ll examine why the bridge building analogy fails and the war analogy succeeds. But even with the aid of analogies, it`s extremely difficult to explain why uncertainty and the unknown are unavoidable to someone who’s never been in the trenches of a software development project. Much of the understanding comes from seeing how design, creativity, and inspiration factor into every aspect of building an application. It also comes from having seen how false certainty, and the demand for it, can cause failure and lead to poorly designed products. It`s difficult to explain or prove this fact expect to state it this way for now: you understand your project far less than you think you do.

And so do your stakeholders, by the way. For your project to be successful, you need to cultivate in yourself and in your stakeholders a certain humility and a recognition that, for as much as you know, you know very little, and that the essence of the project is to investigate and solve a complex problem and not simply to implement a known solution. Embracing this humility of unknowing isn`t a resignation to defeat or admission of weakness, but rather is a state of wisdom required to allow you to succeed.

[…]

Everything required to design a bridge to a valley is knowable in advance and can be planned to an extremely high level of accuracy before construction begins. All of the important goals, variables, and constraints can be accurately obtained before design begins.

[…]

Once those key considerations have been discovered, the design of the project begins and can be entirely completed before construction starts. With accurate and complete design in hand, construction is then all about ensuring the pieces all come together as designed. Construction is not concerned with any remaining questions about design and isn`t burdened by the risk that the design will change during the course of construction.

By contrast, a general preparing for a battle can estimate the strength and disposition of his forces, the resources and capabilities available to him, the attitudes an aptitudes of his commanders in the field, the lay of the battlefield, the strategic goals of the battle, the state of the enemy`s forces, and the parameters for success. He also has history and personal experience to help him intuit how events will unfold. Based on this knowledge, he can formulate a plan for the battle.

But this plan, no matter how carefully devised, is inherently incomplete and imprecise. It is wholly premised on estimates of the conditions before the battle and entirely ignorant of the unforeseen conditions that arise during the battle. These unforeseen conditions are based as much on vagaries of weather, emotion, chance, and uncertainty as they are on even the best-laid plan. This reality is the basis for the famous quote:

No battle plan survives first contact with the enemy. – Helmut von Moltke

The same is true for software development. No matter how well you think you understand the domain and no matter how earnestly you`ve thought through the requirements, there is still great uncertainty in the original facts ans premises and a vast depth of the unknown still awaiting you. As with battle, the outcome will be determined at least as much by what comes during the course of the project as by what comes before it.

[…]

Hier der amazon Link: http://www.amazon.de/Effective-UI-Building-Experience-Software/dp/059615478X und noch der „native shop“ oreilly.com/shop/

Was ist ein Educamp? in 140 Wörtern

Ein Educamp ist eine Unkonferenz bei der der Schwerpunkt auf pädagogischen bzw. erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen liegt. Der Fokus wird dabei meistens auf Medien und Bildung gesetzt.

Als Unkonferenz bezeichnet man Konferenzen, die offen und partizipativ gestaltet werden. Im Gegensatz zu traditionellen Konferenzen werden hier die Inhalte nicht vom Veranstalter, sondern von den Teilnehmern des EduCamps bestimmt und gestaltet. Der Veranstalter gibt nur ein Oberthema vor und ist für die gesamte Organisation zuständig. Jeder Teilnehmer kann in einem der vorgesehenen ca. 45 minütigen Sessionslots ein Thema seiner Wahl anbieten. Diesen Slot kann er dann ganz nach seinen Vorstellungen gestalten. Ob als Vortrag, Workshop, oder Diskussionsrunde die Entscheidung jedem selbst überlassen.

Teilnehmer des EduCamps sind normalerweise Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen, Lehrende, Studierende, Schüler, aber auch Vertreter kommerzieller Bildungsanbieter.

Das Ziel eines EduCamps ist es gemeinsam interessanter Themen zu bearbeiten.

THX to Kristina für den Text!

Gender Gerechte Sprache

„Gender Gerechte Sprache in Paper anzustreichen macht mich nicht beliebt bei den Kollegen. Die Kollegin achtet selbst gut drauf :-)“ ist ein Tweet den ich gestern gepostet habe. Davor und danach gab es Kommentare und Fragen zu dem Thema. Zuerst ist für mich Gender Gerechte Sprache, die Art Sprache zu nutzen, dass Frau und Mann in gleichermaßen berücksichtigt werden. Beispiele hierfür sind: Statt der Schüler -> die Schülerinnen und der Schüler; der Arzt -> die Ärztin oder der Arzt; Studenten -> Studierende/ Studentinnen und Studenten. usw.

Natürlich sollte man beides benutzen, wenn auch beide Gruppen gemeint sind. Ich erwische mich selbst, dass wenn ich auch jetzt nur von männlichen Studierenden spreche nicht Studenten schreibe, sondern Studierende. Die Nennung von beiden Geschlechtsformen gefällt sehr vielen Leuten nicht, da es die Lesbarkeit erschwert und die Ästhetik des Textes gestört wird. Sie berufen sich auf den generischen Maskulin. Jeder weiß, dass ich kein großes Sprachtalent bin, aber ich finde die genannten Gründe für keine Gender-Gerechte Sprache nicht überzeugend. Es bringt auch herzlich wenig, am Anfang eines Textes zu schreiben, dass man aus Gründen der Lesbarkeit den generischen Maskulin nutzt, statt die Doppelform. Hingegen bin ich davon überzeugt, dass die Nutzung von Gender-Gerechter Sprache zu Verhaltensänderung führt. So dass z.B. Berufe die Häufig von Männern ausgeübt werden auch mit der Zeit auch mit Frauen assoziiert werden. Polizist! Das ruft bei den meisten ein mentales Bild eines Polizisten auf und in den wenigsten Fällen dass einer Polizistin, außer vielleicht im Strip-Club. Polizist und Polizistin vermeidet das Bilden von einfachen Mentalen Modellen und Bildern.

Die Anwendung von Gender-Gerechter Sprache hat ein paar Tücken wie man hier an einem kleinen Beispiel lesen kann: Life, Language and E-Verything: A trap! Das Problem in dem Beispiel ist, dass auf einem Formular „Unterschrift des Studierenden“ stand. Es war sicher nett gemeint Studierende zu schreiben, aber mit dem Artikel davor wurde es doch männlich. An dieser Stelle wäre das ausschreiben beider Geschlechter von Vorteil gewesen.

Dinge die ich übertrieben finde sind z.B. bei Abkürzungen wie Profs, Studies usw. auch eine weibliche Form zu bilden. An dieser Stelle bin ich mir nicht sicher, ob es eine Auswirkung auf Mentale Bilder hat, wenn ich Abkürzungen verdopple, denn bei die Studierenden habe ich auch eine Form. Ein anderes ist aus Mannschaft Frauschaft zu machen. Bei Mannschaft, welches sicher Historisch aus Mann-schaft gewachsen ist, habe ich persönlich nicht das Mann im Vordergrund, für mich gibt es genauso wohl Basketball Frauen Mannschaften. Ich könnte es genauso gut Team nennen in diesem Fall, welches keinen Unterschied machen würde. Die Bildung beider Formen, bei Menschen die klar ein Geschlecht haben oder Berufe die Historisch in Ihrem Kontext nur von einem Geschlecht ausgeübt wurden. Ein Beispiel ist Papst oder Ritter im Mittelalter oder Imame usw.

Etwas was ich unfair finde ist, dass soweit ich es recherchiert habe noch keine Frau bei der KVB (Kölner Verkehrsbetriebe) Beschwerde eingelegt hat, dass dort nur vor Taschendieben gewarnt wird und nicht von Taschendiebinnen und Taschendieben. In U-Bahnen, Weihnachtsmärkten, Bahnhöfe usw. gibt es durchaus Taschendiebinnen. Deren Quote ist sicher auch besser als die der Professorinnen. Das ist sicher eine doppelmoralische Geschichte, bei den positiven Personen auf Gender-Gerechte Sprache zu pochen, aber bei negativen nicht. Serienkiller, Kinderschänder, Betrüger, Vergewaltiger, Schläger, Drogendealer, Sitzenbleiber usw. sind sicher Dinge die häufig bei Männern vorkommen, aber auch Frauen gibt es in diesen Bereichen. Vielleicht fördert diese reine männliche Besetzung bei einigen Begriffen zu einem kleinen Teil, dass „Jungs“ in diese Nischen fallen. Dieses ist sicher eine soziologische Frage die ich hier nicht erörtern kann.

Cooler Job im eLearning Bereich

Das Lehr- und Forschungsgebiet Informatik 9 (LuFG i9) der RWTH Aachen sucht zum 01.09.2009 eine herausragende Persönlichkeit als wissenschaftliche-n Mitarbeiter-in (Promotionsstelle oder Postdoc). Wissenschaftliche Mitarbeiter-innen sind neben ihrer Forschung in die Lehre und Aktivitäten der akademischen Selbstverwaltung eingebunden. Wir bieten ein hervorragendes Umfeld mit sehr guten Arbeitsbedingungen und vorzüglichen Qualifikationsaussichten. Viele Rankings sehen die RWTH und die RWTH-Informatik als eine der Top-Universitäten in Europa.

Das Team des LuFG i9 beschäftigt sich in Lehre und Forschung mit den Themen eLearning, Webtechnologien, (mobile) Webanwendungen, user centered design und Didaktik der Informatik. Wir entwickeln Methoden, Werkzeuge und Programmkomponenten für computerunterstütztes Lehren und Lernen insbesondere mittels Web 2.0-Applikationen und social software sowie Werkzeuge für die systematische Entwicklung theoretisch fundierter, didaktisch motivierter Lerninhalte. Im Rahmen der von uns betreuten Lehramtsausbildung für Gymnasien und Gesamtschulen im Fach Informatik gestalten wir theoriegeleitet informatikdidaktische Konzepte und erforschen Unterrichtsmethoden für das Schulfach Informatik. In der fachdidaktischen Forschung liegt ein Schwerpunkt auf Ansätzen des Gendermainstreaming.

In der Lehre vertreten wir die Bereiche Programmierung, Softwaretechnik, eLearning, Webtechnologien sowie Fachdidaktik Informatik. Derzeit promovieren 8 wissenschaftliche Mitarbeiter-innen am LuFG i9: Forschen und Lehren im Team werden bei uns groß geschrieben.

Weitere Informationen finden Sie in der Jobbörse der RWTH Aachen oder in der Ausschreibung als pdf (18.70 Kb).

Neuronen Übung in Grundzüge der Software Entwicklung

Am letzten Dienstag (5. Mai 2009) habe ich unsere Übung zur Grundzüge der Software Entwicklung an der RWTH Aachen University etwas anders gestaltet, als diese üblich sind an unserer Universität. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich kein Lernen durch Lehren oder ein großartig neues didaktisches Prinzip angewendet habe. Ich habe nur versucht meinem Ziel jeden Studierenden jede Übung ein Stück besser zu machen gerecht zu werden .-) Bei der Vorbereitung habe ich mich an unsere Neuron Gedanken gehalten ( The class as brain / „neuron metapher“ ) und an den methodische Aspekte einer Neuronenvorlesung von Christian Spannagel.

Die Übung findet im Rahmen der Veranstaltung „Grundzüge der Software-Entwicklung“ (V1Ü2) statt. Die meisten Teilnehmende sind Studierende der Technik Kommunikation mit Schwerpunkt Informatik im zweiten Semester. An der Übung haben 30 Studierende teilgenommen, was knapp der Gesamtteilnehmerzahl an der Veranstaltung entspricht. Thema der Übung war die Erstellung eines Papierprototypen für ein Programm zum mobilen Blogging mit Photo Upload (MoBlogging-Tool). Die Studierende hatten zuhause in 3er Gruppen diese erstellt und mit gebracht. So nun beginnt die Übung:

Vorab kann ich sagen ich bin begeistert wie die 90 Minuten gelaufen sind. Das Verlauf der Übungsstunde hat meine Erwartungen übertroffen.

Die Übungsstunde war in vier Abschnitte eingeteilt:

  • Einführung
  • Marktplatz
  • Studierende reflektieren
  • Brainstorming als Vorbereitung der nächsten Aufgabe

Einführung

Als wir (mein skeptischer Kollege und ich) die Aula2 ( ein sehr großer Raum) betraten, hatte die Studierende sich im ganzen Raum verteilt. Von oben gesehen, sähe es aus wie zufällige gesprenkelt. Im ersten Schritt forderte ich die Studierenden auf einen Stuhlkreis ganz vorne zu bilden. Sie zögerten etwas, aber beim zweiten auffordern verstanden Sie, dass es wohl wirklich so gemeint ist. Nach kurzem Umräumen war es auch vollbracht und ich nehme an die Studierenden haben es etwas ungewohnt empfunden, aber haben sich wohlgefühlt. Zur Einführung habe ich ( wir saßen auch im Kreis) kurz etwas über Neuronen und dem Gehirn erzählt. Die wichtigsten Punkte waren: jeder ist ein Neuron; Kommunikation ist wichtig; jeder ist selbständig und selbstverantwortlich für sein Handeln. Wichtig war auch zu erwähnen, dass die Studierenden einfach alles sagen können, es gibt nichts falsches und es hat keine Auswirkung auf ihre Leistung was sie sagen oder nicht sagen.

Marktplatz

Beim Marktplatz ging es darum, dass die einzelnen Gruppen sich einen Tisch im Raum suchen, an dem sie ihren Prototypen vorstellen. Hierbei sollten die einzelnen Gruppen jeweils eine andere Gruppe besuchen. Für jeden Besuch war ca. 5 Minuten vorgesehen. So auch getan von den Studierenden, es gab zwei die am Kreis bleiben wollten, aber diese haben nach einer kurzen Aufforderung sich ein Tisch im Raum gesucht. Die Studierende unterhielten sich angeregt über Prototypen und führten diese vor. Hier bei bekamen sie immer Rückmeldung von der Besuchergruppe, was gut oder schlecht ist. In den Gesprächen wurden auch die Erfahrungen der einzelnen Gruppen ausgetaucht bezüglich ihren Prototypen oder des Erstellungprozesses (natürlich nicht so formal wie es sich jetzt hier liest). Mein skeptischer Kollege und ich liefen rum und haben hier und da nur zugehört.

Nach ca. drei Runden habe ich die Studierenden zusammen gerufen in den Kreis. An dieser Stelle gab es einen kleinen Input zu User-Testes. Es wäre besser, wenn die Studierenden Ihre Prototypen nicht vorstellen, sondern die anderen die Aufgabe ein Foto auf den Blog zu laden durch führen lassen mit dem Prototypen. Mit diesem Hinweis habe die Studierenden die nächsten Runden durchgeführt. Die User-Tests mit den anderen Gruppen liefen sehr gut und brachten den Studierenden viele Erkenntnisse auf die ich im Ergebnisabschnitt eingehen werde. Die Tests wurde nicht mit qualitativ hochwertiger Methodik durchgeführt, aber das Ziel ein Gefühl für die Nutzenden und ihren Mentalen Modellen zu bekommen ist zu 100% erreicht worden. So wurde den meisten Gruppen klar, dass sie z.B. nicht genügend Zustände modelliert hatten oder die Nutzenden andere Optionen und Pfade entlang gehen, als sie sich gedacht haben. Diese Erfahrung kann man sich nicht erlesen oder erzählt bekommen.

Studierenden Reflektion

Nach dem Marktplatz kamen die Studierende zurück in den Kreis. Nun sollten zwei Studierende nach vorne an die Tafel gehen um das folgende Gespräch zu moderieren und um Stichpunkte an die Tafel zu notieren. Zwei Freiwillige fanden sich schnell. Die Gruppe hatte die folgenden Leitfragen als Reflektionsgrundlage:

  • Was ist Euch aufgefallen als Ihr Eure Prototypen erstellt habt?
  • Welche Schwierigkeiten hattet ihr bei der Erstellung der Prototypen?
  • Was ist Euch generell an den Prototypen die Ihr gesehen habt aufgefallen?

Nach kurzer Stille motivierten die beiden Moderatoren ihre Kommilitonen und Kommilitoninnen zum mitmachen. Das Ergebnis der der Reflektion die ca. 30 Minuten dauerte lässt sich sehen. Die wichtigsten Aspekte des Prototypings und die häufig auftretenden Schwierigkeiten wurden erkannt. Während der Reflektionsphase haben der Skeptiker und ich außerhalb im Raum gesessen. Ich habe nur einmal erklärt, dass im Kreis immer Ruhe herrschen muss, und dass das Tafelbild abfotografiert wird und die Studierende keine Notizen sich machen müssen. Fast alle Studierende haben sich an der Diskussion beteiligt, einige mehr einige weniger. Ein kleines Problem war, dass es noch Schwierigkeiten gab, die Redebeiträge als Stichpunkt an die Tafel zuschreiben. Die wichtigsten Punkte wurden, aber immer festgehalten und genügend in der Runde besprochen. Es lief so gut, dass zum Schluss der Reflektionsrunde die Studierende an dem Punkt angekommen war, an dem die nächste Aufgabe für die darauf folgende Woche ansetzt (Anforderungsanalyse).

Brainstorming als Vorbereitung der nächsten Aufgabe

In den letzen ca. 15 Minuten sollte die nächste Aufgabe besprochen werden. D.h. es sind zwei andere Freiwillige Studierende (dieses Mal hat es etwas gedauert bis zwei sich gefunden hatten) nach vorne gegangen um das Brainstorming auf zu schreiben. Das Brainstorming lief etwas schleppend voran, da die Aufgabe (natürlich sprachliche Anforderungsanalyse) etwas unklar war. Nach kurzem nachdenken, sind die Studierende darauf gekommen, dass genau dieses das Problem ist und sie Wege finden müssen um mehr Informationen zu bekommen. Im Ergebnis lief das Brainstorming als Vorbereitung der nächsten Aufgabe sehr gut.

Insgesamt haben die Studierende alle Lernziele erreicht und haben diese selbständig, selbstverantwortlich und praktisch gelernt und erfahren. Hier zu gehörten z.B.:

  • mehr Funktionalität vs. Einfachheit der Bedienung
  • „Design“ kann sehr unterschiedlich verstanden werden von verschiedenen Akteuren in einem Projekt
  • es gibt verschiedene Level eines Prototypen
  • man kann/ sollte sein Prototypen wegwerfen
  • Benutzende denken anders als die Entwickler selbst
  • Benutzende und Auftraggeber müssen im Entwicklungsprozess eingebunden sein/werden
  • Die Anforderungsanalyse ist sehr wichtig J
  • usw.

Natürlich ist die Form nicht optimal für alle Studierende. Es gab Studierende die nicht im 2. Semester sind, die eine Unterschriftenliste haben wollten um ihre Anwesenheit zu bestätigen. Waren überrascht, dass es keine Pflicht ist anwesend zu sein. Mir ist es egal ob jemand kommt oder nicht, die Studierende müssen verstehen, dass sie selbst verantwortlich sind für ihr Handeln. Wir können nur versuchen ein gutes Angebot für sie auf die Beine zustellen, dass die Studierenden mit Spaß zu unseren Veranstaltungen kommen und viel Lernen bei uns.