Spiegel-Online und PR-Aktion von Roland Berger

Dieser Blogbeitrag bezieht sich auf den Spiegel-Online Artikel „Abschiedsmail des Roland-Berger-Chefs Außen hart, innen ganz weich“.

In dem Artikel wird kurz beschrieben wie hart, kalt die Top Berater Branche ist und auch sonst alles was der Berater Blues hergibt. In diesem Zusammenhang wird die Abschiedsmail vom grade verabschiedenden Roland Berger Chef Burkhard Schwenker als absolutes Gegenteil dieser nicht erstrebenden Welt positioniert. „Es ist der seltene Einblick in das Innenleben eines Topmanagers: Burkhard Schwenker, bis vor kurzem Chef der Unternehmensberatung Roland Berger, zeigt in seiner Abschiedsmail an die Mitarbeiter Selbstkritik und Emotionen – und schreibt sich den Frust von der Seele.“ An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass Burkhard Schwenker in den Aufsichtsrat von Roland Berger wechselt und nicht grade sich traurig und frustriert von der Firma abwendet. Ich habe mir die E-Mail auch durchgelesen, aber ich konnte diesen Frust und die Emotionen nicht finden. Ich weiß nicht wie der Autor Sven Böll so drauf ist, der diesen Artikel verfasst hat, dass er Emotion, Selbstkritik und Frust in der E-Mail heraus liest. Für mich liest sich die E-Mail als ein reiner PR-Artikel. Die Erfolge und die starken Werte von Roland Berger werden heraus gestellt. Es wird beschrieben wie sie („we are a partnership, it’s ‚US‘, not me“) die Krise gemeistert haben, weil sie so besonders („the new Fink study shows how good we really are in the eyes of the market!“) sind und immer genau wissen was sie tun („we have been right in saying that the economy willstart growing again fast and significantly!“). Für mich war es sehr schwer bis dahin etwas von dem was bei Spiegel-Online steht zu finden. Dann kommt Schwenker in seiner E-Mail zu Konkurrenten Bashing (ist ja eine interne e-mail und keiner da draußen liest es😉 „And today? Anything heard about Mitchell Madison? Or Diamond Cluster? Alix in Europe has become quiet, ADL is facing very tough times, Monitor as well. ATK is just slightly bigger than we are, but has twice as many Partners – you can imagine what that means.“ So dann werden noch die etwas besseren Beratungen genannt, aber heraus gearbeitet was denen gegenüber Roland Berger fehlt. “ …as long as we stick to some core values of our business: giving independent and objective advice, delivering outstanding quality, combined with entrepreneurial thinking and fast execution. And this is what we stand for! Secondly: I don’t know exactly what it is, but there is something special in our DNA.“ Mein Gott so was selbs bewusstes und abgehobenes habe ich selten gehört. Den Spruch „in our DNA“ kann ich auch nicht mehr hören. Hat sich den Slogan auch eine Beratung aus gedacht? Kommt bei jedem dritten Unternehmen vor ( vgl. „Mobile is in our DNA“ Plam).

Wo in dieser e-mail ist echte Emotionen außer der Hinweis „As you can imagine, this e-mail is a very emotional undertaking.“. Ja „imagine“ ist das richtige Wort den lesen kann man das nicht. Was ist im Kopf von dem Journalisten vorgegangen als er diesen Artikel geschrieben hat, ich würde gerne ein Kommentar von ihn dazu bekommen. Er ist auch nicht der typische Spiegel-Online Praktikant der die Artikel schreibt, sondern Head of Spiegel Online Wirtschaft.

Grade der letzte Abschnitt lässt nichts von Selbstkritik und Frust aufkommen „Together with the Partners and me, the new EC has already initiated a new strategy process, heading for the right cornerstones: drive further growth, get a strong foothold in the emerging markets, foster international cooperation, set the right incentives. I don’t have any doubts about the future of our firm!“ .

Ich frage mich, ob Roland Berger die e-Mail plus Interpretation an Spiegel Online gegeben hat oder ob tatsächlich ein „erfahrener“ Journalist Dinge so ignorant deuten kann. „Und der Erfolg der Firma sei nicht allein sein Verdienst, sondern von allen: „It’s US, not me!“ Überhaupt scheint Schwenker sich all den Frust und die Freude der vergangenen Jahre von der Seele getippt zu haben. Zumindest gefühlt ist das Ausrufezeichen das am häufigsten gebrauchte Satzzeichen.“ Wie beschrieben sehe ich die Ausrufezeichen als Unterstreichung der Stärke, den von schlechtem ist nie die Rede. Das ein CEO bald Aufsichtsrat grade mit Internationalem Team von „UNS“ spricht ist klar, er will ein Team, ein Unternehmen, das ist Coaching und Führung 1 und 1. Für mich ist NICHT „Schwenkers Mail eine Mischung aus „Ein bisschen aus dem Inneren preisgeben, ein kleinwenig nach außen treten“.“ Es ist reine Promo intern und extern!

@SPIEGEL_wirtsch please, think before you post!

Ein Gedanke zu “Spiegel-Online und PR-Aktion von Roland Berger

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