Was ich mit 45000 mache!

Wie sehr sind wir von unserer Umwelt oder dem was wir lesen beeinflussbar? Leider weiß ich keine Antwort auf diese Frage; eigentlich bin ich froh, dass ich die Antwort nur abschätzen kann für mich. Vor einiger Zeit hatte ich in meinem Blog gefragt:45000 € was ist es Wert? Was kann man damit machen? Ich habe mich sehr gefreut über zahlreiche Kommentare zu dem Beitrag.

Die Frage die damit verbunden ist, war welchen Job ich als nächstes annehmen soll. 45000 Euro ist ca. der Netto Unterschied in der Bezahlung in den nächsten 2,5 Jahren, zwischen den Varianten. Die Entscheidung beschäftigte mich schon über ein Jahr. In Geld oder Ehre? Gibt es überhaupt Geld und Ehre? hatte ich einige meine Gedanken zum Thema Berufswahl zusammengefasst. Hauptsächlich ging es um Consulting, wissenschaftliche Tätigkeit an der Uni oder Einstieg in einem IT-Unternehmen/ Dienstleister. Seitdem habe ich Zahlreiche Bücher, Artikel gelesen und Firmenkontaktmessen besucht. Mich auf jeglichen Carrer-/Jobportal angemeldet. Sicher mit mehr als 100 Leuten Unterhaltungen zu dem Thema geführt. Ich war bei einigen Vorstellungsgespräche und Assessment-Center.

In der ganzen Zeit war ich auf der Suche nach der Frage was einen Menschen, in diesem Fall mich, glücklich macht. Dieses sollte natürlich auch Nachhaltig sein. Themen wie Familie, Freunde, Geld und Ansehen kommen bei meiner Entscheidung sehr stark vor. In diesem Zusammenhang habe ich mich auch mit den Top-Beratungen wie McKinsey, A.T. Kearney und BCG beschäftigt. Was mich unweigerlich zum Thema Elite und den Publikationen von Julia Friedrichs führte.

Jetzt komme ich zum Dilemma, ich weiß nicht wieso ich meine Entscheidung wirklich getroffen habe. Seit ich ca. 2002 eine Kienbaum Studie gelesen habe über die Chancen von nennen wir es deutschen mit Imigrationshintergrund, wollte ich es irgendwie anders machen als in dieser Studie. Nicht nur die Studie sondern auch einige andere Forscher haben festgestellt, dass die oben genannte Gruppe kaum Chancen auf sehr gute Positionen in der Industrie oder Wirtschaft hat. Dagegen hat sie in der Wissenschaft bessere Möglichkeiten. Ich wollte immer in der Wirtschaft mit dabei sein und irgendwie „Manager“ werden, am besten irgendwo Vorstand bei einem DAX-Unternehmen. Leider musste ich einsehen, dass die meisten Positionen über Netzwerke und Klüngeln vergeben werden und nicht nach Leistung. Das heißt ich muss in eine Top-Beratung um überhaupt eine Chance zu haben um irgendwie und irgendwann ganz oben mit zumischen.

Probleme bei der Sache: Mein Abitur war nicht so gut: Danke an meine Lehrer die mir immer sagten: „Ach, auf Dein Abi schaut niemand später!“ und ich war nicht im Ausland. Ich weiß, dass die Ansprüche hoch sind, immer hin habe ich alle Prüfungen in meinem Hauptstudium mit 1.0 gemacht, daher kann ich gewissen Illusionen haben. Na ja, ich habe es erst mal nicht in eine Strategie Beratung geschafft (ich muss sagen ich habe es nicht ehrlich versucht) aber ich konnte einige andere Angebote mir abholen. Zum Glück auch Top-Management Beratungen dabei. Die 45000 Euro Netto Differenz, erklären sich halt einfach daraus, dass die Angebote sehr gut waren, nicht McKinseys 65000 Euro pro Jahr Brutto Angebot aber nicht gerade sehr weit davon entfernt. Ich bin richtig stolz auf mich, denn die Angebote die ich hatte waren finanziell die besten von all meinen Freunden und Kommilitonen. Ich weiß es ist materialistisches Denken. Macht mir aber erst mal herzlich wenig aus, denn ein Ziel von meinem Studium war so ein Jobangebot. Das kann ich jetzt abhaken.

Nun weiß ich nicht, ob ich beeinflusst wurde oder nicht .z.B. von Julia Friedrichs. Ich habe mich gegen Consulting entschieden und für schlechte Mensa, kleine Wohnung usw. Oder wie ein Freund, Chrisp, sagte: „Nein, für Forschung, Idealismus und intellektuelle Herausforderungen!“ Die Meisten meiner Freunde halten die Entscheidung gut passend für mich und viele haben es schon lange gewusst, dass ich mich so entscheide. Die 45000 Euro Netto könnt ich noch reinholen irgendwann, sagen sie. Ich passe jetzt wieder in die Statistik; das ärgert mich. Imigrationshintergrund à Wissenschaft…was hat mich zu der Entscheidung bewogen? der Imigrationshintergrund? die gut Mensch Artikel? die anti matirialistische Erziehung? die Einfachheit hier weiter zu forschen? die Neugierde für die Forschung? der Drang was Neues zu entdecken? der Dr. Titel? meine größenwahnsinnigen Ideen? die besseren Chancen mit dem Dr. in die Strategie Beratung ein zusteigen?

Was denkst Du wieso ich jetzt wissenschaftlicher Mitarbeiter werde an der Uni?

14 Gedanken zu “Was ich mit 45000 mache!

  1. oh man da hast du dich also für das lotter leben entschieden, „rumhängen mit den jungspunden“, schlechtes essen, interessante studi-stadt, keinen BMW/Benz und ansatzweise noch freizeit abends für freunde und wenn man es nicht so verbissen sehen würde wie du für eine frau…

    eine interessante entscheidung! 45.000 sind ne stange geld. hoffe du machst deinen weg und erhälst den Titel Dr. Mo

    wünsche dir viel erfolg

  2. Lieber Mo,
    das hättest du doch mal früher schreiben können – jetzt könnten wir noch auswerten… die Entscheidung steht doch, wenn ich dich richtig verstanden habe…
    Bist du jetzt zufrieden und glücklich mit der Entscheidung?
    Oder hättest du lieber enterprise 2.0 im neuen Paradigma gewollt?

  3. @slin Danke für die wünsche!
    @Alexander R. Ich denke ich werde mit der Entscheidung zufrieden sein. Es wird sich doch erst Alles zeigen. Im neuen Paradigma hoffe ich doch vorne mit dabei sein zu können. Direkt hinter Chrisp mich positionieren als öffentlicher Wissenschaftler.
    Witzig ist, dass ich gerade das Buch „enterprise 2.0“ lese und denke da auch meinen Teil mit der Forschung und Entwicklung beitragen zu können.

  4. Pingback: Karriere Sprungbrett Top Strategie Beratung Consulting « Mosworld
  5. Hi Mo, mir gefällt dieser ehrliche, selbstreflektierte Beitrag sehr gut. Zum Teil finde ich mich darin auch wieder (zumindest in der Entscheidung erstmal bei der Wissenschaft zu bleiben…). Kann ich die Überschrift so verstehen, dass du es dir für 45000 leistest, erstmal weiter zu forschen? … 🙂
    Ich glaube, dass diese Investition sinnvoll ist! Du investierst in dich und dein Leben. Diesen Wert kann dir später keiner mehr nehmen, auch keine Wirtschaftskrise… und aufgeschoben ist nicht aufgehoben, oder?

  6. In einer Welt voller Möglichkeiten, verharrt man öfters mal; bleibt im Prozess der Entscheidungssituation stecken. Ständig muss man sich mit dem Gedanken auseinandersetzen: „Verpasse ich etwas mit dieser Entscheidung?“, „Bringt mich diese Entscheidung an das Ziel, da wo ich selbst immer hinwollte?“ …

    Ich glaube jede Entscheidung ist besser, als mitten im Prozess zu verharren, gar zu versteinern. Vielleicht kann sich in dieser Welt nur der behaupten, der sich entscheiden kann und daran anknüpfend handelt?

  7. @annafant Ja ich leiste es mir für ca. 45000 Euro weiter zu forschen. Ich denke es wird sogar mehr werden🙂
    Das mit aufgeschoben wird sich noch zeigen.

  8. @Jana Frage: Gibt es auch eine andere Welt als diese?🙂
    Ja, so sehe ich es: wer handelt der entscheidet! Sonst hätte er nicht handeln können. Was noch wichtig dabei ist, dass man bewusst handelt und entscheidet. Und nicht einfach die Dinge aussetzt und abwartet. Meine erste Wahl, war das Forschen., aber ich musste die anderen Angebote haben um wirklich und bewusst die Entscheidung zu treffen.

  9. Ich würde eher davon sprechen, dass derjenige seinen Entscheidungsraum erweitert.

    Etwas zugespitzt ausgedrückt: Um mich für einen Lebenspartner zu entscheiden, müsste ich nicht andere Möglichkeiten ausprobieren, bzw. kennen lernen. (Gegensatz zum Erweitern des Entscheidungsraumes)

    Auch ich bin auch eher jemand, der gern seinen Entscheidungsraum ausdehnt. Dennoch, sind es nicht gerade die Verlockungen der vielen Möglichkeiten (Welten ;)), die einen in der Entscheidung hemmen?

    Ich kann Deinen Weg absolut nachvollziehen, vielleicht wäre ich sogar ähnlich vorgegangen … Ich denke aber gerade aufgrund der Pluralität der Welten, fällt dieser Schritt immer schwerer, auch Du hast ein Jahr etwa benötigt😉.

  10. das schlimme ist, das so eine blöde position bei MCKIE so viel bewirkt! Eigentlich schon strange, dass ein paar Theoretiker in die Unternehmen rein gehn und meinen das Rad neu erfinden zu können. Gerade im Logistik-Bereich fällt das immer wieder auf.
    Anyway du machst deinen Weg, genauso wie ich es getan habe
    (zumindest so langsam, u know what I´m saying😉 und wirst das investierte Geld (vielleicht wieder rein holen ,-)

    gruß aus den niederlanden

  11. @Jana na ja… wenn ich mich direkt für ein Lebenspartner entscheiden hätte müssen hätte ich in der sibten Klasse geheiratet😀 natürlich lernt man mehre kennen, damit man weiß was überhaupt die Kriterien für einen Lebenspartner sind.
    Hmm, wenn ich keine Wahlmöglichkeit habe, kann ich auch nicht wählen. Das ist richtig🙂

  12. Hey Mo,
    was ein Zufall, ich habe in google einfach „dr sprungbrett“ eingegeben und auf der ersten Seite direkt diese Seite gefunden, weil ich zZ fast ähnliche Gedanken habe, wie Du sie beschreibst. Das Du aber hinter dieser Seite steckst, hätte ich nicht gedacht. Erst ein Foto von Dir bei spiegel online, und nun das😉 Na wenigstens bleib ich so auf dem neusten Stand, wenns doch auch nur virtuell ist, und wenn wir uns das nächste mal zufällig wieder über den Weg laufen, würde ich mich freuen, ob Du nun Deine Entscheidung bereut hast oder nicht😉 Gruss Alireza

  13. Hallo,

    aslo die 45.000 Netto scheinen mir schon etwas weitgegriffen.

    45.000 Netto / 30 Monate = 1500 Netto pro Monat mehr als bei einer Assistentenstelle.

    D.h.: 1500+1900(TVL13) Netto macht 3400 Netto monatlich. Macht bei Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer und mit GKV(14,9%) 74.604 Brutto im Jahr!

    Ich dachte, du hättest keine 60.000 von den Strategieberatungen abklappern können. Oder hast Du da den Betrag dazugerechnet, den die (Strategie-)Beratungen für den Leave für dich sparen? Das setzt aber auch einen Arbeitsvertrag bei den Strategen voraus….

    Mit freundlichem Gruß,

    Peter

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