Blogging Bloggen für jeden

Bloggen wird immer mehr zum Thema. Gerade in Zusammenhang mit Web2.0 kommen Blogs oft vor. Ich glaube ich habe mich schon früher darüber beschwert, dass Web2.0 sehr oft auf Wikis, Blogs und Onlinetauschbörsen reduziert wird. Das soll erst mal egal sein. Es geht um Blogs. Sogar die VDI Nachrichten haben das Thema für sich entdeckt und in der Ausgabe Nr.15 von diesem Jahr mehre Beiträge mit dem Schwerpunkt Blogging veröffentlicht. Die VDI Nachrichten würde ich als konservativ und unternehmensnah bezeichnen von ihrer Tendenz her. So gestallten sich auch die Artikel. Blogger und Web-Junkies stehen sich sehr nahe für die Autoren. Sie stellen aber heraus, dass Corporate Blogs und Interne-Blogs sehr nützlich sein können für Unternehmen. Die Motivationen sind teilweise für mich etwas an der eigentlichen Blogging Idee vorbei. „brachenrelevante Blogs beobachten und auf kritische Beiträge reagieren. Besser noch, so Eck: ,Einen eigenen Corporate Blog starten und dort selbst Themen setzen ´“ für mich hört sich es an wie Schadenbegrenzung2.0 oder Imagepulitur2.0. Man begibt sich auf das Spielfeld der Kritiker und hofft durch ein besseres Angebot von der Kritik ablenken zu können. Die Motivation Blogs fürs Wissensmanagement einzusetzen hingegen finde ich wesentlich besser. „Primär soll der Blog `transparent machen, wer an welchen Themen arbeitet und Wissen aggregieren‘, sagt Scheuer.“ Das ist eine gute Umsetzung für Interneblogs. Leider sind wohl einige Methoden die Mitarbeiter dazu zu motivieren fragwürdig. „Beim Münchner IT-Dienstleister Pentos AG ist Bloggen Teil der Zielvereinbarungen.“ Das Problem sehe ich ähnlich wie der Einsatz von Blogs in der Lehre. Dort sind benotete Studentenblogs auch sehr fragwürdig in ihrer Authentizität und Zweckmäßigkeit. Immerhin wird auf Blog-Experten gehört und geschrieben: „Authentische Schreibe statt offiziöser Berichterstattung und bloß keine PR-Profis ans Werk lassen, lautet das Credo…“

Gerade im Beitrag „Spielregeln für Mitarbeiter einführen“ domminiert die Angst vor Bloger. „Dass für Unternehmen im Web2.0 allerdings auch Gefahren lauern, liegt auf der Hand. Quelle dieser Gefahren sind nicht selten die eigenen Mitarbeiter.“ Ich war sehr erschrocken als ich das gelesen habe. Wieso sollte man auch Mitarbeitern vertrauen? Oder seinen Kunden?…dieses Web2.0 macht beide Gruppen unberechenbar. Sie können sich vernetzen und kommunizieren, dass muss nicht immer gut sein fürs Unternehmen. Gelebte Demokratie ist immer gefährlich für bestimmte Gruppen in einer Gesellschaft. „ist es zweckmäßig, den Arbeitnehmern gegenüber klare Grenzen zusetzen und diese deutlich kommunizieren Die kann über Reglungen im Arbeitsvertrag, konkrete Hinweise an betroffene Arbeitnehmer bis hin zur Entwicklung von Blogging Richtlinien –in Abstimmung mit dem Betriebsrat- geschehen.“ Ich frage mich, wieso es nicht so was früher gegeben hat? Es gab keine Klauseln, dass man für die Kirchenzeitung oder die Vereinszeitung schreiben darf. Die Meinungsäußerung soll klar geregelt werden. Mitarbeiter werden als Unmündig dargestellt. Jeder weiß, was Betriebsgeheimnisse sind und was er nicht ausplaudern darf. Das steht schon „immer“ im Arbeitsvertrag. Jetzt die blogenden Mitarbeiter mit Richtlinien auf die die Firmentreue hinzuweisen halte ich für eine schlechte Entwicklung. Ich hoffe dieses macht keine Schule in den Unternehmen. Mir macht es etwas Angst, da der Beitrag in den VDI Nachrichten stand und bei vielen Lesern mit wenig Web2.0 Erfahrung für ein falsches Bild sorgen könnte. Das „Fazit: Das Web2.0 bringt auch Risiken. Um diese in den Griff zu kriegen, sollte man besonders Wert auf Prävention legen.“ könnte auch sehr gut von der chinesischen Regierung sein!

Mein Moto ist: Aufklären statt Regulieren im Web2.0!

2 Gedanken zu “Blogging Bloggen für jeden

  1. Nachteil einer Demokratie war bisher immer ihre Trägheit (es gibt natürlich auch noch andere ;)) Kollektive Prozeduren dauern in der Regel sehr lange und ist daher gerade bei schnellen Entscheidungsfindungen unangebracht.
    In ähnlicher Form könnten auch Firmen bisher „gedacht“ haben. Eh sich die Kunden in einer Gruppe zusammenschließen konnten, verging sehr viel Zeit und ein hoher Aufwand war notwendig, gleiche Kunden mit gleichen Belangen ausfindig zu machen.

    Ein Blog (unter anderem) kann diesen Prozess so sehr beschleunigen, dass ein Erfahrungsaustausch zwischen den Kunden nun nicht mehr mit großen Anstrengungen verbunden ist.
    Davor haben einzelne Firmen (bzw. Ein Großteil) berechtigte Angst, da sie von nun an sich anders vermarkten und nachhaltig arbeiten müssen. Selbst der Mitarbeiter besitzt nun eine gewisse Machtkomponente, denn er lernt langsam zu verstehen, dass er eine Stimme hat und diese nach außen bringen kann (selbst mit unterschriebener Erklärung der Bewahrung von Betriebsgeheimnissen). Wird er unter unwürdigen Bedingungen beschäftigt (wie einige Firmen es tun), dann können seine Erfahrungswerte das Verhalten der Kundschaft stark beeinflussen.
    Der Firmeninhaber ist nun nicht mehr nur Kapitalist, sondern muss sich langsam auch als Dienstleister (vielleicht ist der „Dienstleister“ auch ein falscher Begriff) am Kunden und am Mitarbeiter verstehen. Das heißt seine Aufgabe wird in einem Aspekt verdreht.
    Eine ganz natürliche Abwehrreaktion aus ihrer Seite ist das schlecht reden von Mitarbeitern, Kunden und den damit eingesetzten Medien.
    Gezielte Aufklärung auf beiden Seiten ! könnte die Betreffenden dazu bringen, sich besser zu positionieren.

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