Motivation beim Bloggen

Auf dem EduCamp2008 habe ich eine Session mit Christian Spannagel (Junior Prof. PH Ludwigsburg) und Tim Schmidt (Dipl. Pädagoge Uni Osnabrück) besucht. Das Thema war Motivation beim Bloggen an der Universität oder Bloggen ohne Benotung an der Universität. Natürlich konnte man auch den größten Teil der Unterhaltung auch für Bloggen an der Schule (Oberstufe) übertragen. Die Beiträge von den beiden Moderatoren waren sehr gut und haben sich gut ergänzt. Christian hat erst über Motivation gesprochen und hier auch zwei Motivationstheorien vorgestellt: das ARCS Modell und die Self-determination Theory (Deci & Ryan, 1993). Tim hat dann von der Praxis aus Osnabrück erzählt. Dort hat die Uni eine Serverfarm (Blogfarm), auf dem die Studierenden sich sehr leicht ein WordPress Blog anlegen können. Diese können dann privat genutzt werden. Die Motivation der Hochschule war hier, dass sie eine Gemeinschaft schafft über die Blogs. Es haben inzwischen 500 Studis sich ein Blog angelegt und ca. 10% sind auch immer recht aktiv bei der Sache. Ich habe einige Bedenken wegen Datenschutz, Haftbarkeit, unschöne Inhalte vor gebracht, aber Tim meinte, dass sie sich an der Uni da wenig Sorgen machen. Sie warten erstmals ab und reagieren, wenn es mal zu einem Vorfall kommen sollte. Ich finde es Vorbildlich von der Universität Osnabrück, dass Sie Ihre Studenten(m/w) solche Möglichkeiten zur Verfügung stellen und sie damit besser auf die Zukunft vorbereiten. Tim setzt Blogs auch in seinen Seminaren ein. Dort können studierenden die Dokumentationen von Langzeit Projekten erstellen. Weitere Infos findet man unter http://www.blogs.uni-osnabrueck.de/

Was ich mit genommen habe aus der Runde ist, dass Studenten(w/m) ihre individuelle Doku zu einem Thema haben und können ihren Bezug und Affinität dazu darstellen. Dieses führt wohl in der Praxis auch zu mehr Kommunikation, da jeder Student(m/w) mehr erfährt über die Arbeiten seiner Kommilitonen. Dieser Austausch untereinander kann auch ein Ansporn für die jeweiligen Seminarteilnehmer sein.

Auf der anderen Seite ist auch sehr wichtig, dass der Lehrende(m/w) als Beispiel voran geht und auch selbst ein Blog führt. Er kann auch ein Blog zu einem Kurs führen, wo sie ihre Themen vorstellt oder die Inhalte beschreibt. So haben die Studis die Wahl ihre Kommentare zu den Inhalten zugeben. Eventuell kann man im Vorfeld einige Missverständnisse vermeiden und auch sich besser vorbereiten.

Klar, ist nicht alles was glänzt Gold, so gab es auch einige Stimme die das Bloggen im Unterricht nicht gut finden. Sie wissen nicht wieso sie es machen sollen. Der Sinn ist ihnen da nicht klar. Natürlich sollte man in einem Kurs die Möglichkeiten offen halten, so dass nicht Motivierte auch sich anders betätigen können, z.B. durch eine Hausarbeit. Die Aufgabestellung sollte auch offen genug sein, dass der Studierende(m/w) genug Raum hat sich in seinem Blog wieder zu finden. Von benoteten Blogs sollte man auch Abstand nehmen, dieses führt dazu, dass die Text nicht frei formuliert sind und der Studierende(m/w) seinen wahren Gedanken und Reflektionen nicht niederschreibt. Dieses ist nicht Ziel führend!

Nach einer richtigen Einführung und mit klaren und sinnvollen Aufgabenstellungen macht das Bloggen Sinn im Unterricht. Das schlechte an dem voran gegangen Satz ist, dass ich noch nicht weiß was richtige Einführung ist und auch klare uns sinnvolle Aufgaben. Es gibt Zahlreiche Best Praxis Beispiele, aber auch bestimmt genauso viele oder noch mehr Beispiele, wo Blogs nicht zum Erfolg im Unterricht beigetragen haben. So ist die Aufgabe jetzt, die Muster zu erkennen die einen Einsatz von Blogs im Unterricht ermöglichen.

Weiter Infos zu dem Thema unter der SessionsSeite auf dem EduCamp Wiki

3 Gedanken zu “Motivation beim Bloggen

  1. Pingback: Bildung im Web 2.0 - Neue Lernformen im Internet? » EduCamp2008
  2. Ich bin einer der Teilnehmer in Tims aktuellem Seminar und einer der 10% halbwegs aktiver Blogger bei den Osnabrücker UniBlogs. Vielen Dank für den kleinen Recap, hab‘ über Twitter nur mitbekommen, dass es diese Session gab und finde das Thema sehr spannend.
    Will hier zuerst vor allem einmal meine liebe Uni loben, das UniBlogs Projekt ist wirklich sehr schön. Ich weiß nicht, ob es irgendwann deutlich mehr aktive UniBlogger geben wird, aber ich hoffe doch stark. Meine Hauptsorge in Bezug auf Bloggen in Seminaren ist, dass die meisten Studenten den Blog nur als andere Art ihre Hausaufgaben einzureichen sehen. Man muss halt so und so viele Artikel und so und so viele Kommentare schreiben und das wird dann abgehakt. Trotzdem entsteht dadurch tatsächlich auch außerhalb des Seminars selbst noch eine Diskussion, die auch durchaus engagiert geführt wird.
    Ich könnte mir aber vorstellen, dass einer der weiteren Gedanken dahinter (bzw. hinter den privaten Blogs) auch die Motivierung zum weiteren Bloggen, auch außerhalb des Seminars, war. Das passiert, soweit ich das sehen kann, leider eher selten. Vielleicht ändert sich das noch, aber generell herrscht nach meinem Gefühl eher Desinteresse am Bloggen an sich. Das Potential ist aus meiner Sicht aber wirklich riesig, gerade was den Gemeinschaftsgedanken in der Uni angeht. Bin sehr gespannt, wie das Ganze weiter läuft.

  3. @Mo Vielen Dank für deine Zusammenfassung! Insbesondere den Aspekt, dass Dozenten mit gutem Beispiel vorangehen müssen, finde ich wichtig.

    @Jens Du bringst es auf den Punkt: Die Weiterführung von Blogs nach einem Seminar findet eher selten statt. Ich vermute, das liegt an der Art, wie Weblogs im Seminar eingesetzt werden. Ich selbst würde auch ungern ein „Hausaufgabeneinreichungssystem“ nach einem Seminar weiterführen wollen.😉

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