Gestatten: ELITE

Es ist schon sehr lange her, dass ich ein Buch direkt an einem Abend durchgelesen habe. Gestern habe ich mir das Buch „Gestatten: Elite“ von Julia Friedrichs gekauft. Das Buch hat alle meine Erwartungen erfüllt, so dass ich es direkt an einem Stück durch lesen musste. Wie komme ich auf dieses Buch, das am 14. Februar 2008 erschienen ist?

Die Arbeiten von Julia Friedrichs verfolge ich seit September 2006. Zu der Zeit habe ich ihren Beitrag „Traumjob Berater – Schein und Alltag einer Erfolgsbranche“ bei Monitor gesehen (den Beitrag kann man noch Online sehen unter: http://www.wdr.de/tv/monitor/real.phtml?bid=827&sid=151 ). Durch den Beitrag inspiriert habe ich dann nach weiteren Artikel von ihr gesucht und bin dann auf den Zeitungsartikel „McKinsey und Ich“ in der Zeit gestoßen von ihr (der Artikel ist noch Online verfügbar unter: http://www.zeit.de/2006/21/McKinsey_21?page=all ). Mir hat der Artikel sehr gut gefallen. Es brachte mich sehr zum Nachdenken über den Job des Beraters. Vor allem da ich selbst Überlege in die Beratung zu wechseln, aber das ist ja ein anderes Thema.

Durch ihre Recherchen bei McKinsey stellt sich Julia Friedrichs die Frage, was ist eigentlich Elite. Sie selbst wurde bei ihrer Recruiting Reise mit den Mcis, dort zum ersten Mal als Elite bezeichnet. In Ihrem Buch geht Sie auf die Suche nach der Elite und der Frage nach was ist eigentlich Elite. Internate, Business Schools und „elite“ Kindergarten besucht Sie und führt Zahlreiche interessante Interviews mit Professoren, Aktivisten und Studenten.

Die Ergebnisse die sie präsentiert, stimmen genau mit denen überein die ich selbst in den letzen 18 Monaten gemacht habe. Meine Gespräche und Unterhaltungen waren nicht immer so zielgerichtet, aber diese gleichen sich sehr stark mit Julias Erzählungen. Ein gutes Beispiel sind die Eltern, die selbst früher Idealisten waren und eher links eingestellt, welche aber jetzt nichts dagegen hätten, wenn der Sohn oder die Tochter doch nun bei „groß Kapitalisten“ anheuern würde, statt einen etwas unsicheren Job zumachen. Die Meisten meiner Freunde reagieren ähnlich wie ihre Freunde, wenn ich ihnen erzähle, dass ich mir einen Job, als Berater gut vorstellen kann. Die meisten meiner Freunde finden, man hat dann kein Leben mehr und das Geld sei dieses nicht Wert. Zu dem Thema habe ich ja im September in meinem Blog geschrieben gehabt: Geld oder Ehre? Gibt es überhaupt Geld und Ehre? Wobei ich jetzt statt Ehre sagen würde Ansehen oder Gesellschaftliches Ansehen.

Ich kann jedem das Buch empfehlen, weil es einen schönen Einblick in eine andere Welt gibt. Es zeigt, dass die Elite nicht Elite ist, weil sie viel kann und leistet, sondern auch weil schon ihre Eltern Elite waren und sie sich Elite leisten können. Klar, sind sehr viele fleißig die „Elite“ sind, aber sie hatten andere Chancen. Andere Schüler und Studenten die denselben Fleiß an den Tag legen oder sogar mehr, werden es nie „so weit“ bringen. Diese Erkenntnis ist keine Neuigkeit, aber das Buch zeigt sehr schön Beispiele hierfür.

Julia Friedrichs schimpft zu keinem Zeitpunkt auf die Elite, sie versucht nur zu verstehen und zu erklären. Ein großes Lob an Sie für das gut recherchierte Buch und der sehr angenehmen Erzählweise. Sie schreibt mit sehr viel Humor und Liebe zum Detail. Das Buch ist bei Hoffmann und Campe erschienen und kostet 17,95€. Ich freue mich auf weitere Arbeiten von Julia Friedrichs.

2 Gedanken zu “Gestatten: ELITE

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