Nachwuchswissenschaftler und das alte Paradigma

“Nachwuchswissenschaftler und das alte Paradigma” war der Titel einer Session auf dem EduCamp2008 welche von Steffen Büffel Moderiert wurde. Ein tolles Thema, wie verändert sich die wissenschaftliche Arbeit an Universitäten. In meinem Beitrag Web Sience und Sience 2.0 habe ich schon drei Paper vorgestellt die sich mit der Veränderung von Wissenschaft im Zuge von Web2.0 beschäftigen. In der Session ging es mehr um das alte Paradigma an der Universität vor allem bei Geisteswissenschaften. Auf einer Seite kommen Universitäten technologisch nicht mit und auf der anderen Seite kommen Professoren mit der Umverteilung von Wissen nicht klar. Die Arbeits- und Denkweise muss sich in einigen Punkten ändern. Im alten Paradigma hat man Wissen schön bei sich gehortet und vielleicht in Bücher gegossen. Nun werden immer öfters Wissen und Informationen ins www gestellt. Dieses geschieht nicht immer von der Elite der wissensgesellschaft sonder von ganz normalen Leuten. Dieses Wissen steht dann auch für jeden bereit. Einige Professoren sind nicht sehr glücklich damit, dass ihre Studierenden Teile ihres Wissens aus dem www bilden. Natürlich gehört eine bestimmte Medienkompetenz dazu sich mit wertvollen und richtigen Informationen zu versorgen. Die Wertigkeit ist natürlich subjektiv.

Die Qualität des Wissens aus dem Internet wird oft bemängelt, dass diese nicht vergleichbar wäre mit Prereviewd Journals. In der Session zeigte sich, dass auch Professoren und Junior Professoren anderer Meinung sein können. Der Review-Prozess wird im www von viel mehr Leuten durchgeführt. Bei einer Einreichung eines Papers hat man meist eins bis drei zufällige Experten die ein Qualitätsurteil fällen. Natürlich ist der Review Prozess im www nicht formal, so muss der Suchende die schon erwähnte Medienkompetenz aufweisen. Dieser Prozess muss auch den Professoren verständlich werden, also diese sollten noch etwas an ihre Medienkompetenz arbeiten (weiterbilden).

Natürlich sollten Journals, Bücher usw. nicht wegfallen, aber Veröffentlichungen im Netz sollten mehr gefördert werden. Die Universitäten sollten auch den Wissenschaftlern die entsprechende Infrastruktur bieten. Diese sollten keine Angst vor Veränderung haben und immer Bremsen. Wenn eine Universität wie die RWTH Aachen keine Plattform für Blogs bietet müssen sich die Mitglieder der RWTH an andere Provider wenden. So geht die Identifikation die mit der RWTH möglich wäre verloren.

Durch das Verbreiten und Veröffentlichen des eigenen Wissens bietet man auch eine gute Plattform für Kooperationen. Die Wissensquelle (der Wissenschaftler) wird viel schneller gefunden von anderen Wissenschaftlern oder auch der Industrie. Auf dieser Weise können viel mehr fruchtbare Synergien entstehen. Die Ergebnisse sollten auch wieder in die Gemeinschaft zurück fließen.

Mit dem neuen Paradigma verschwimmen auch immer mehr die Grenzen zwischen den einzelnen Stufen bei den Wissensträgern. Dieses löst sicher im ersten Augenblick auch “Existenzangst” aus; da man überflüssig werden könnte als Wissensträger. Dieses führt dazu, dass die die Wissensquellen sind einen Vorteil haben vor denen die nur Wissensträger sind. Die Wissensquellen werden nie überflüssig werden, weil sie durch ihre Methodik und ihre Kreativität immer neues Wissen und Informationen produzieren werden. Es wird eng für die die sich “zu ruhe” gesetzt haben und sich auf frühere Taten ausruhen. Der Wechsel muss sich auch in der Lehre durchsetzen, so ist die Information nicht mehr wichtig, sondern die Kompetenz diese zu erwerben. Klar, das sagen Pädagogen und andere seit Jahren, aber jetzt ist der Zugriff auf Informationen sehr einfach. Diese Einfachheit ist jedem der Mal Google benutzt hat ersichtlich. Diese Medienkompetenz muss von Professoren vorgelebt und gelehrt werden an Hochschulen. Diese Kompetenzen werden die meisten Absolventen an ihren zukünftigen Arbeitsplätzen brauchen, denn viele Unternehmen reagieren schon auf diese Veränderungen. Hierfür muss man nur die Aktivitäten in der Gruppe “Web2.0 in Unternehmen” bei Xing verfolgen.

Einen Punkt sollte man sich bewusst machen beim neuen Paradigma. Nicht Ausgereifte oder noch Fehlerhafte Ideen und Informationen sind keine Schande. Durch die Gemeinschaft werden diese schon verbessert werden. Man verliert auch nicht im Ansehen. Gerade in meinem letzen Beitrag habe ich ein Stichwort nicht genannt gehabt, welches ich in meinen Notizen hatte, aber nicht für erwähnenswert hielt. Die Gemeinschaft hat aber schnell reagiert und in Kommentaren eine Verbesserung vorgenommen.

Leider ist mir kein “Protokoll” von der Session gelungen in diesem Beitrag; aber ich habe hier niedergeschrieben was ich aus der Session mitgenommen habe. Freue mich auf Kommentare und Verbesserungen J Die Session war gerad zum Ende des EduCamps2008 ein runder Abschluß und für mich sehr wertvoll. Jetzt gibt es Paradigma 1.0 und Paradigma 2.0 ! Was nocht fehlt ist der Prof2.0 …

Zukunftsprojekte –> Weltverbesserung EduCamp2008

Eins der interessantesten Session war die Session “Zukunftsprojekte” mit Prof. Dr. Jean-Pol Martin. Es ging auch sehr pünktlich los, denn es war auch viel zutun. Die Session hatte drei Teile. Bevor ich über die einzelne Teile schriebe sollte ich erwähnen worum es ging bei der Session. Das Ziel war es “Wie kann ich die Weltverbessern?!”. Das hört sich erstmals groß an, aber man kann auch die Weltverbesserung auf kleine Teilstücke herunter brechen. Hier bei kann man Versuchen die Weltverbesserer z.B. durch eine Wiki zu vernetzen. So entsteht das nötige Wissen an der richtigen Stelle, falls man den richtigen Experten an der Hand hat. Über das Wiki kann man auch die Kommunikation und Organisation betreiben für die Weltverbessrungsprojekte. Prof. Dr. Jean-Pol Martin und weiter Mitarbeiter von der Universität Eichstätt erzählten von Projekten und Workshops die sie schon zu dem Thema durchgeführt hatten.

Nun zum ersten Teil, da wurde Diskutiert wie man so eine Community am Leben halten kann. Es wurde am Beispiel von dem EduCamp Portal gemacht. Hier hatten sich einige Teilnehmer fünf Monate lang ausgetauscht. Prof. Dr. Jean-Pol Martin zeigte auf wie er Versucht hat die Gruppe zu motivieren im Vorfeld des Camps, um später im Camp an konkreten Ideen und Projekte zu arbeiten. Punkt die von den Teilnehmern genannt wurden waren z.B.

  • direkte Ansprache durch den Moderator/ Leader
  • Permanente Präsens des Moderators/ Leadrs (hoch frequentiert)
  • ständige Impulse des Moderators /Leadrs
  • Moderator/ Leader muss den Überblick behalten (gutes Gedächtnis)
  • Moderator/ Leader muss Denken anstoßen
  • Moderator/ Leader muss positives Feedback geben /emotionales Feedback geben

Ich verstehe unter Moderator und Leader den Projektmanger für das bestimmte Weltverbesserungsprojekt. Natürlich können mehrere Personen an dem Projektbeteiligt sein die es leiten und ihnen am Herzen liegt. Es ist halt sehr wichtig, die “Mitmacher” und “Macher” bei einem Projekt zu halten, bevor sie sich langweilen und aussteigen. Es sollte auch angestrebt sein auch neue Teilnehmer ein zubinden in die Projekte. Bei all diesen Projekten sind wir erstmals von einer Wiki ausgegangen die zu Organisation dient. Ich persönlich denke man kann auch andere Tools einsetzen, also eher Portale die diese Projekte unterstützen. Es gibt einige Opensource Portale die sich eignen könnten. Wikis sind aber ein guter erster Schritt in dieser Richtung.

In der zweiten Phase haben wir angefangen Themen zu sammeln für Projekte die uns interessieren um die Welt ein kleines Stück zu verbessern. Eine Liste der Projekte findet man unter http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Jeanpol/educamp/projekte_(3._Phase)#Community-Projekte. Nachdem wir vier Themen hatten haben wir uns in kleine Gruppen aufgeteilt und versucht erste Schritte in der Planung unseres Projektes zu machen. Die dritte Phase findet dann Online statt auf der Wiki.

Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht mit den Projekten. Ich selbst hatte auch eine Idee eingebracht. Muss mich sobald ich einen freien Slot habe mich um das Projekt kümmern.

Datenschutz auf dem EduCamp2008

Datenschutz war ein großes Thema auf dem EduCamp2008. Mich hat es etwas überrascht, dass so viele Studierende, Lehrende und Andere sich für dieses Thema interessieren. So war es auch nicht verwunderlich, dass es einige Sessions gab zu dem Thema. Meine erste Session die ich besucht habe war auch zu dem Thema “Die dunkle Seite des Webs” war der imposante Titel. Leider konnte die Session nicht dem Titel stand halten. Die 45 Minuten wurden von einem Freelancer aus dem Bereich Internet Security moderiert. Dieser arbeitet auch für StudiVz. Der erste Teil war eine Präsentation wie leicht man doch Webseiten hacken kann und Daten manipulieren kann. Die Vorführung war zu detailiert und der Freelancer schmiss dauernd mit Fachbegriffen um sich. Die Zuhörer waren leider fast ausschließlich nicht Informatiker. Dieses führte zu etwas Langeweile, welches ab und an wenn es zu einer Demo kam unterbrochen wurde. Der zweite Teil war wesentlich interessanter fand ich. Hier ging es darum wie man mit seinen Daten im Netz umgehen sollte. Z.B. sollte man sich Bewusst sein, wenn man seine Fotos von der Party am Wochenende bei StudiVz hoch lädt, wer alles auf der Weld diese anschauen kann. Hier schalteten sich auch zwei Personalerinnen ein, welche von ihren Erfahrungen erzählten. Sie warten davor, sich all zu frei zu fühlen im Netz. Es gäbe viele Jobs, wie bei Banken oder Kanzleien, die auf ein gutes Auftreten der Mitarbeiter achten. “Das Netz vergisst nicht” war hier ein Stichwort. Niemand stellt einen Bewerberin, dessen unseriösen Fotos online sind. Denn der Kunde des zukünftigen Arbeitgebers könnte auch diesen Vertriebmitarbeiter (m/w) googlen!

Eine weitere Gefahr ist die fremde Profilerstellung. Eine Teilnehmerin erzählte, dass sie einen Stalker hatte, dieser hat auch eine Reihe Geistigenmülls in ihrem Namen ins Netzt gestellt. Diese zu löschen, war für Sie eine riesen Aufwand, denn Sie war gezwungen sehr viele Administratoren auf der ganzen Welt zu erreichen, die die Unwahrheiten löschten. So sollte jeder sehr Vorsichtig sein bei seinem Handeln im Netz.

Die Frage war dann, wer die Verantwortung trägt. Hier bei ging es hauptsächlich um Volljährige Surfer. Die Meinungen gingen sehr auseinander. Der Staat sollte es Regulieren bis zur vollkommen keine Regulierung war die Bandbreite. Meine Meinung gegen eine staatliche Regulierung ist, dass wir bei McDonalds auch nicht sage, dass dort steht essen sie nicht mehr als ein Maxi Menü. So kann man auch z.B. nicht von StudiVz verlanden, dass sie auf der Startseite über alle Risiken aufklären. Klar, super wäre es wenn StudiVz ihre Nutzer besser aufklären würde über Datenschutz. Ich bin der Meinung, die Nutzer selbst müssen Aktiv sein. Sie sollten ihre Freunde(m/w) warnen vor den Gefahren im Netz. Wie bei der AGB Aktion von StudiVz, sollten dann auch die Nutzer ein Portal/Betreiber dazu bringen sich anzupassen. Die Macht der Masse ist in diesem Fall nicht zu unterschätzen. Die Diskussion in der Session hatte auch diesen Verlauf.

Weiterhin wurde auch darauf hingewiesen, dass man in der Zukunft besser Aufklären muss in Schulen und Universitäten. Die Medienkompetenz muss gestärkt werden. Ein Beispiel für Aufklärung ist www.klicksafe.de .Ein Werbe Video von der Seite ist unten angebunden. In einigen anderen Sessions wurde auch noch über Datenschutz gesprochen. Ein Schwerpunkt lag dabei auch bei ePortfolios. Leider habe ich hierzu keine Session besucht. Ich hoffe, da auf interessante Beiträge auf dem EduCamop Wiki

Motivation beim Bloggen

Auf dem EduCamp2008 habe ich eine Session mit Christian Spannagel (Junior Prof. PH Ludwigsburg) und Tim Schmidt (Dipl. Pädagoge Uni Osnabrück) besucht. Das Thema war Motivation beim Bloggen an der Universität oder Bloggen ohne Benotung an der Universität. Natürlich konnte man auch den größten Teil der Unterhaltung auch für Bloggen an der Schule (Oberstufe) übertragen. Die Beiträge von den beiden Moderatoren waren sehr gut und haben sich gut ergänzt. Christian hat erst über Motivation gesprochen und hier auch zwei Motivationstheorien vorgestellt: das ARCS Modell und die Self-determination Theory (Deci & Ryan, 1993). Tim hat dann von der Praxis aus Osnabrück erzählt. Dort hat die Uni eine Serverfarm (Blogfarm), auf dem die Studierenden sich sehr leicht ein WordPress Blog anlegen können. Diese können dann privat genutzt werden. Die Motivation der Hochschule war hier, dass sie eine Gemeinschaft schafft über die Blogs. Es haben inzwischen 500 Studis sich ein Blog angelegt und ca. 10% sind auch immer recht aktiv bei der Sache. Ich habe einige Bedenken wegen Datenschutz, Haftbarkeit, unschöne Inhalte vor gebracht, aber Tim meinte, dass sie sich an der Uni da wenig Sorgen machen. Sie warten erstmals ab und reagieren, wenn es mal zu einem Vorfall kommen sollte. Ich finde es Vorbildlich von der Universität Osnabrück, dass Sie Ihre Studenten(m/w) solche Möglichkeiten zur Verfügung stellen und sie damit besser auf die Zukunft vorbereiten. Tim setzt Blogs auch in seinen Seminaren ein. Dort können studierenden die Dokumentationen von Langzeit Projekten erstellen. Weitere Infos findet man unter http://www.blogs.uni-osnabrueck.de/

Was ich mit genommen habe aus der Runde ist, dass Studenten(w/m) ihre individuelle Doku zu einem Thema haben und können ihren Bezug und Affinität dazu darstellen. Dieses führt wohl in der Praxis auch zu mehr Kommunikation, da jeder Student(m/w) mehr erfährt über die Arbeiten seiner Kommilitonen. Dieser Austausch untereinander kann auch ein Ansporn für die jeweiligen Seminarteilnehmer sein.

Auf der anderen Seite ist auch sehr wichtig, dass der Lehrende(m/w) als Beispiel voran geht und auch selbst ein Blog führt. Er kann auch ein Blog zu einem Kurs führen, wo sie ihre Themen vorstellt oder die Inhalte beschreibt. So haben die Studis die Wahl ihre Kommentare zu den Inhalten zugeben. Eventuell kann man im Vorfeld einige Missverständnisse vermeiden und auch sich besser vorbereiten.

Klar, ist nicht alles was glänzt Gold, so gab es auch einige Stimme die das Bloggen im Unterricht nicht gut finden. Sie wissen nicht wieso sie es machen sollen. Der Sinn ist ihnen da nicht klar. Natürlich sollte man in einem Kurs die Möglichkeiten offen halten, so dass nicht Motivierte auch sich anders betätigen können, z.B. durch eine Hausarbeit. Die Aufgabestellung sollte auch offen genug sein, dass der Studierende(m/w) genug Raum hat sich in seinem Blog wieder zu finden. Von benoteten Blogs sollte man auch Abstand nehmen, dieses führt dazu, dass die Text nicht frei formuliert sind und der Studierende(m/w) seinen wahren Gedanken und Reflektionen nicht niederschreibt. Dieses ist nicht Ziel führend!

Nach einer richtigen Einführung und mit klaren und sinnvollen Aufgabenstellungen macht das Bloggen Sinn im Unterricht. Das schlechte an dem voran gegangen Satz ist, dass ich noch nicht weiß was richtige Einführung ist und auch klare uns sinnvolle Aufgaben. Es gibt Zahlreiche Best Praxis Beispiele, aber auch bestimmt genauso viele oder noch mehr Beispiele, wo Blogs nicht zum Erfolg im Unterricht beigetragen haben. So ist die Aufgabe jetzt, die Muster zu erkennen die einen Einsatz von Blogs im Unterricht ermöglichen.

Weiter Infos zu dem Thema unter der SessionsSeite auf dem EduCamp Wiki

EduCamp2008 MindMap Sessions

Click it!

Ich habe das Poster mit den Sessions als MindMap zusammen gefasst. So hat man einen besseren überblick. Die einzelnen Sessions habe ich auch Kategorien zugeteilt. Ihr könnt gerne Vorschläge machen um die Kategorien umzubennen oder auch wenn eine Session um gestellt werden soll zu einer anderen Kategorie.

1 Praktisch/ Einsatz an Schulen und Unis

2 Neue Wege

3 Games und Interaction

4 Unternehmen

5 Datenschutz / mein VR ich

6 Mobile

7 “Vorträge”

Die Lsite habe ich auch auf http://educamp2008.mixxt.de/networks/wiki/index.sessionliste eingetragen. Dort kann jeder die Liste erweitern und auch seine Session schnell verlinken.

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